SEC-Regulierung – Albtraum für den Krypto-Markt?

Seit dem 21. Juli geht die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) gegen einen ehemaligen Coinbase-Mitarbeiter wegen Insiderhandel vor. Zudem behauptet die SEC, dass auf Coinbase mindestens 9 Tokens gehandelt werden, die als Wertpapiere einzustufen sind.

Die SEC moniert, dass bestimmte Krypto-Währungen Wertpapiere nach dem Securities Act von 1933 und dem Securities Exchange Act von 1934 seien. Bemerkenswert ist, dass das US-Justizministerium von einer Anklage wegen Wertpapier-Betrugs bisher abgesehen hat. Dies zeigt, dass offenbar bislang nur die SEC die betreffenden Tokens auf Coinbase als Wertpapiere sieht.

Coinbase gegen die SEC – Was steht auf dem Spiel?

Coinbase streitet sich mit der SEC über eine Frage, die sich als entscheidend für die gesamte Krypto-Industrie erweisen könnte: Sind einige Tokens wirklich Wertpapiere?

Die Frage, ob Tokens als Währungen, Waren oder Wertpapiere einzustufen sind, beschäftigt die Branche seit Jahren. Nach Ansicht der SEC erfüllen einige Token die Definition eines Wertpapiers.

2018 hatte die SEC allerdings öffentlich erklärt, dass die Vermögens-Werte Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) keine Wertpapiere sind. Bitcoin sei eine Ware, so SEC-Chef Gary Gensler. Bitcoin-Futures werden dann auch von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert, die auch für den Rohstoffhandel zuständig ist.

Die Definitionen sind wichtig, denn wenn Krypto-Währungen keine Wertpapiere sind, dann hat die SEC möglicherweise keine Zuständigkeit für Krypto-Börsen wie Coinbase und wäre auch nicht in der Lage, das Listing-Verfahren neuer Tokens und den Handel von Krypto-Währungen zu regulieren.

Coinbase hat sein Vorgehen wiederholt verteidigt und letzte Woche einen neuen Blogbeitrag veröffentlicht, auf dem bestritten wird, dass auf Coinbase etwaige Assets gelistet werden, die als Wertpapiere eingestuft werden können. Am selben Tag veröffentlichte Coinbase einen separaten Blogbeitrag, in dem die SEC aufgefordert wird, die Art und Weise, ob ein Vermögenswert als Wertpapier eingestuft werden kann, zu überdenken.

Coinbase versucht unterdessen, den Druck auf die SEC zu erhöhen, damit die Aufsichtsbehörde endlich verbindliche Regeln für Krypto-Währungen festlegt. Hierfür reichte Coinbase eine entsprechende Petition (PDF) ein.

Kritik an SEC-Regulierung

Das Vorgehen der SEC stößt nicht nur bei Krypto-Investoren, sondern auch in der Politik auf Kritik. „Shark Tank“ Milliardär Marc Cuban, der nicht nur in verschiedenen Layer-1-Chains, sondern auch in NFTs investiert ist, bezeichnete die Art und Weise, wie die SEC Krypto-Währungen regulieren und registrieren will, als „Albtraum“.

US-Senator Pat Toomey aus Pennsylvania bezeichnet das Vorgehen der SEC als „Regulierung durch Vollstreckung„. Dieses Vorgehen sei eine ernste Herausforderung für alle gutgläubigen Investoren und Innovatoren, die Vorschriften und Regularien einhalten wollten.

Toomey forderte die SEC dazu auf, schon vor dem Vorgehen gegen einzelne Marktteilnehmer klare und effiziente Regularien zu schaffen – das würde sowohl für Regulierungs-Behörden als auch für Investoren Vorteile haben.

Chart: Bitcoin (1-Jahres-Kursentwicklung) | Quelle: Tradingview

Unser Fazit:

Viele offene Fragen belasten derzeit den Krypto-Markt, insbesondere was die Regulierung angeht. Diese Fragen hätten in den letzten Jahren angegangen werden können, wenn sich die SEC um eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Krypto-Industrie bemüht hätte.

Stattdessen setzt die SEC auf einen „Regulation-by-Enforcement“-Ansatz, bei dem es quasi jedes Krypto-Projekt treffen kann. Ein gutes Beispiel ist die „Never-Ending-Story“ rund um Ripple (XRP) und die damit verbundene SEC-Klage. Seit über 1,5 Jahren kämpft die SEC darum, nachzuweisen, dass die Krypto-Währung XRP ein Security bzw. ein Wertpapier ist – mit bescheidenem Erfolg.

Zwar hat US-Präsident Biden eine Executive Order erlassen, um endlich einen verbindlichen Krypto-Regulierungsrahmen zu schaffen, bislang aber ohne greifbare Ergebnisse – die Stablecoin-Regulierung wurde auch wegen SEC-Bedenken laut US-Medienberichten auf September verschoben.

Inzwischen fordern etliche US-Politiker ein Eingreifen durch den US-Kongress. Ein kürzlich im US-Kongress eingebrachter Gesetzes-Entwurf würde einen erheblichen Teil der Regulierungs-Verantwortung für Krypto-Währungen von der SEC auf die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) übertragen.

Der Krypto-Gemeinde bleibt die Hoffnung, dass sich die beiden Senatorinnen Cynthia Lummis und Kirsten Gillibrand mit ihrem Gesetzes-Vorschlag durchsetzen, wodurch die meisten digitalen Assets als Commodities (Rohstoffe etc.) reguliert werden können.

Charttechnik:

Der Bitcoin (BTC) hat die 50-Tagelinie bei ca. 21.600 US-Dollar erfolgreich überwinden können (siehe Grafik oben), wodurch zunächst der Weg frei für weiter steigende Kurse ist. Allerdings nähert sich der Bitcoin durch die Kurszuwächse der letzten Wochen langsam einer überkauften Situation – Anleger sollten daher in den nächsten Tagen eine Zwischenkonsolidierung einkalkulieren.

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