KRYPTO-KREDITE: GEFAHR FÜR BITCOIN & CO.?

Krypto-Lending ist für viele Anleger interessant und es gibt gute Gründe. Das Verleihen von Krypto-Geld ist eine gute Gelegenheit, höhere Renditen zu erzielen, als dies im traditionellen Kapitalmarkt derzeit möglich ist. Einige Krypto-Lending-Plattformen bieten Anlegern jährliche Renditen von teilweise über 20% – doch damit sind auch erhebliche Risiken verbunden.

Die fallenden Krypto-Kurse brachten zuletzt die Lending-Plattform Celsius Network (CEL) in Schwierigkeiten. Celsius setzte am vergangenen Wochenende mit Verweis auf die „extremen Marktbedingungen“ alle Abhebungen, Swaps und Überweisungen vorerst aus. Seither kursieren Gerüchte über eine mögliche Insolvenz von Celsius.

Dies würde den Krypto-Markt hart treffen, denn Celsius betreut etwa 1,7 Mio. Kunden und hat mehr als 8 Mrd. US-Dollar an seine Kunden verliehen. Zudem verwaltete Celsius selbst zuletzt mehr als 10 Mrd. US-Dollar an Vermögens-Werten. Wann die Kunden wieder Zugriff auf ihre Krypto-Einlagen bekommen werden, ist unklar. Inzwischen haben mehrere US-Bundesstaaten (Alabama, Kentucky, Texas usw.) Ermittlungen gegen Celsius eingeleitet.

Risiken von Krypto-Lending-Plattformen

Andreessen Horowitz legte zuletzt einen neuen Gaming-Fond auf, der sich ausschließlich auf Möglichkeiten in der Spiele-Branche konzentriert.

Die Probleme bei Celsius Network (CEL) haben den gesamten Krypto-Markt stark belastet. Bitcoin (BTC) verlor zu Wochenbeginn über 15% an einem Handelstag und rutschte kurzzeitig unter die Marke von 21.000 US-Dollar. Krypto-Lending-Plattform wie Celsius sind zuletzt stark in die Kritik geraten, weil diese Renditen bieten, die auf Dauer nicht haltbar sind.

Kursentwicklung Celsius Network (CEL) | Quelle: TradingView

Eine Krypto-Lending-Plattform wird nicht wie eine Bank reguliert. Daher gibt es keine Einlagensicherung und keinen rechtlichen Rahmen dafür, wer sein Geld zuerst zurückbekommt, wenn der Insolvenz-Fall eintreten sollte.

Ein Hauptproblem beim Krypto-Lending sind auch die hohen Marktschwankungen von Krypto-Währungen. Durch die hohe Volatilität ist die Gefahr einer vorzeitigen Liquidation relativ groß. Durch die erzwungene Liquidation sehen sich Anleger immer wieder hohen Verlusten gegenüber, ohne aktiv eingreifen zu können.

Darüber hinaus gehen staatliche Aufsichtsbehörden, wie z.B. in den USA, immer öfter gegen Krypto-Lending-Plattformen vor. Hier steht der Vorwurf im Raum, dass Krypto-Lending-Angebote nicht lizenzierte Wertpapiergeschäfte darstellen. Daher warten viele Marktteilnehmer nach wie vor auf eine Regulierung des DeFi-Sektors.

Insolvenz-Risiken bei Lending-Plattformen

Zentralisierte Krypto-Börsen wie FTX, die ebenfalls Krypto-Lending ermöglichen, sind im Falle einer Insolvenz leichter zu fassen als dezentrale Plattformen. Viele zentralisierte Lending-Plattformen schließen private Versicherungspolicen ab, um einige Risiken (Krypto-Diebstahl, Hacks etc.) besser abzusichern. Diese Policen decken jedoch nur einen Teil des gesamten verwalteten Vermögens und einige technische Risiken ab.

Bei dezentralen Lending-Plattformen (DeFi-Lending) sind die Einlagen nicht abgesichert. Im schlimmsten Fall können Anleger ihr gesamtes Geld verlieren, wenn z.B. der Betreiber den Betrieb der Plattform einstellt oder in Konkurs geht.

Daneben gibt es noch das Risiko, dass Smart Contracts Fehler enthalten können. Schlaue Verträge werden auf dezentralen Lending-Plattformen zur Automatisierung von Prozessen verwendet. Smart Contracts regeln, was mit Krypto-Währungen geschieht, wenn bestimmte Aktionen, wie z.B. Zinszahlungen oder die Auflösung von Sicherheiten anstehen. Kommt es zu einer Fehlfunktion, kann dies zu erheblichen Kosten für Anleger führen, die bis hin zum Totalverlust reichen

Verwahrung und Sicherheitsbedenken

Zentralisierte Lending-Plattformen verwahren die investierten Kunden-Gelder meist nicht auf der eigenen Plattform. In der Regel wird ein erheblicher Anteil an andere Kreditnehmer und Dritte ausgeliehen, um Erträge zu erzielen.

Große Lending-Plattformen arbeiten dabei oft mit professionellen Verwahrungsdiensten für digitale Vermögens-Werte zusammen, um Krypto-Währungen außerhalb der eigenen Plattform zu verwahren. Doch auch diese Anbieter sind nicht vor Sicherheitsrisiken gefeit. Auch hier besteht das theoretische Risiko, dass Krypto-Gelder gestohlen werden können, wenn die Vermögens-Werte nicht richtig gesichert sind.

Anleger sollten auf etablierte Lending-Plattformen setzen

Die Krypto-Börsen FTX und Coinbase versuchen in Sachen Krypto-Verwahrung und Sicherheit eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die Krypto-Börse FTX ist von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) freigegeben, Coinbase hat eine entsprechende Krypto-Verwahrlizenz von der BaFin. Auch die Krypto-Böse Binance mit über 90 Mio. Kunden weltweit die Nr. 1 im Markt, will seine Bemühungen um eine solche Krypto-Lizenz verstärken.

Bitcoin (1-Jahres-Kursentwicklung) | Quelle: TradingView

Unser Fazit:

Dezentrale Finanzdienste (DeFi) bieten viele Vorteile, allerdings sollten Anleger die Risiken nicht unterschätzen.

Bankkredite erfordern viele Überprüfungsprozesse, die oft langwierig sind. Dadurch kann sich der Kreditvergabeprozess hinziehen. Hier kann Krypto-Lending mit Einfachheit, Schnelligkeit und niedrigen Kosten punkten.

Trotz der Vorteile, die Krypto-Lending bietet, handelt es sich um eine relativ junge Technik, die fehlerbehaftet ist. Immer wieder werden durch Schwachstellen in Smart Contracts Krypto-Gelder gestohlen. Dies zeigt, dass der gesamte DeFi-Bereich noch im Experimentierstadium ist. Darum sollten Anleger nicht ihr gesamtes Erspartes, sondern nur soviel investieren, wie man selbst verlieren kann.

Trotz der vielen Vorteile sollten sich Anleger insbesondere von jenen DeFi-Angeboten fernhalten, die mit hohen Renditeversprechen locken wollen. Zudem sollten Anleger bei DeFi-Angeboten prüfen, ob die Smart Contracs von einem renommierten Audit-Dienstleister überprüft und freigegeben wurden.

Für den Krypto-Markt ist die aktuelle Krise im DeFi-Sektor ein zusätzlicher Belastungsfaktor neben den steigenden Zinsen und Inflationsgefahren. Der Bitcoin (BTC) konnte sich zwar zuletzt über der Marke von 20.000 US-Dollar behaupten, über den Berg ist die führende Krypto-Währung aber noch lange nicht.

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