Ethereum Staking: Wie Du mitverdienen kannst…

Nach jahrelangen Vorbereitungen und diversen Verzögerungen konnte Ethereum (ETH) die Umstellung seines Konsens-Verfahrens von Proof of Work (PoW) auf Proof of Stake (PoS) am Donnerstag erfolgreich abschließen.

Da die Blockchain im laufenden Betrieb auf ein anderes Konsens-Verfahren umgestellt wurde, war dieser Schritt mit einem gewissen Risiko verbunden. Umso wichtiger ist daher der erfolgreiche Wechsel auf PoS. Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin spricht von einem „historischen Moment und einem bedeutenden Schritt“ zur Schaffung einer leistungsfähigeren Blockchain. Angesichts dieses monumentalen Wendepunkts stellt sich für viele Anleger die Frage, wie man von dieser Umstellung profitieren kann.

Staking auf Ethereum (ETH)

Künftig wird das Ethereum-Netz nicht mehr durch Miner, sondern durch Validatoren und deren Einlagen in Ether (Stake) abgesichert.

Bereits im Vorfeld konnten Anleger mit Ether-Staking Belohnungen für das Validieren von Blöcken auf der Beacon Chain verdienen. Seit dem Start der Beacon Chain vor etwa einem Jahr haben Investoren Ether mit einem Gegenwert von mehr als 24 Mrd. US-Dollar über Handelsplattformen wie Coinbase oder über dezentrale Alternativen wie über den Liquid-Staking-Anbieter Lido (LDO) gestaked, ohne einen Netzwerkknoten (Node) aufsetzen zu müssen.

Lido (LDO) bietet Staking-Lösungen für Blockchains wie Ethereum (ETH), Solana (SOL), Polygon (MATIC), Polkadot (DOT) und Kusama (KSM) an. Daten von Dune Analytics zeigen, dass Lido (LDO) mit 30,1% der Einlagen aus Lido Finance der größte Beacon-Chain-Anleger ist. Coinbase steht mit seinem Liquid-Staking-Token namens Coinbase Wraped Ethereum (CBETH) und einem Anteil von 14,5% an zweiter Stelle (siehe Grafik):

Einlagen-Einzahler auf der Beacon Chain | Quelle: Dune Analytics

JPMorgan-Analysten sehen daher Lido (LDO) und Coinbase als Hauptnutznießer der Konsens-Umstellung. Die Einzahlung an zentralisierten Börsen ist wohl der einfachste und sicherste Weg, um Renditen mit Ethereum (ETH) zu erzielen. Die meisten großen Handelsplattformen, einschließlich Coinbase, Binance und Kraken unterstützen die Umstellung der Ethereum Blockchain.

Coinbase bietet derzeit rund 3,28% effektiven Jahreszins, Kraken zwischen 4% und 7% und Binance bis zu 5,2% an. Der Transfer von Ether zu Liquid-Staking-Anbietern ist auch unproblematisch, es wird lediglich eine Ethereum-Wallet benötigt. Lido (LDO) bietet derzeit einen effektiven Jahreszins in Höhe von 3,8% an.

Staking-Pools und Solo-Validatoren

Dank der Konsens-Umstellung können auch unabhängige Staking-Pools genutzt werden, um Renditen zu erzielen. Die Einzahlung in solche Staking-Pools ist in den meisten Fällen genauso einfach, wie beim Liquid-Staking-Anbieter Lido (LDO).

Die schwierigere Aufgabe ist dabei die Auswahl des richtigen Pools. Für Smart-Contract-Plattformen wie Ethereum (ETH) ist es nützlich zu wissen, ob der Pool quelloffen, auditiert und vertrauenswürdig ist. Unabhängige Staking-Pools bieten meist auch höhere Erträge als andere Dienstleister.

Stake.Fish zum Beispiel bietet derzeit einen effektiven Jahreszins in Höhe von 6,67%. Eine weitere Option ist die Einrichtung eines eigenen Validators, allerdings sind hier mindestens 32 Ether (ca. 47.000 US-Dollar) erforderlich. Diese Solo-Staker beteiligen sich am Netzwerk-Konsens und tragen zur Sicherheit und Dezentralisierung von Ethereum bei. Im Gegenzug erhalten diese Staker Belohnungen direkt aus dem Protokoll, ohne Verwaltungsgebühren zahlen zu müssen. Dies erfordert jedoch eine passende Hardware und technisches Know-how.

Gesperrte Ether-Einsätze

Die Ethereum-Staker können ihre Ether (ETH) nicht direkt nach der Konsens-Umstellung abziehen bzw. verkaufen. Erst 6 bis 12 Wochen nach dem Wechsel können Staker auf ihre Ether zugreifen. Das Ethereum-Entwicklerteam hat diese Vorkehrung absichtlich getroffen, damit verhindert wird, dass es zu einem plötzlichen Abverkauf kommt.

Auch Staker im alten Ethereum 2.0 Contract müssen beachten, dass alle ETH-Einsätze, die im Netzwerk eingesetzt werden, weiter gesperrt sind. Dies gilt für alle Staking-Aktivitäten, sei es durch Liquid-Staking-Protokolle, Börsen, unabhängige Staking-Pools oder Solo-Validierung. Etwaige Auszahlungen werden erst zum Shanghai-Update möglich, das in etwa 6 Monaten kommen soll.

Proof of Stake (PoS) soll Ethereum deflationär machen

Bei steigender Aktivität auf der Ethereum (ETH) Blockchain wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Ether deflationär wird. Schon durch den Umstieg auf PoS sank die tägliche Emissionsrate von 13.000 ETH auf etwa 1.600 ETH. Daher reduziert sich die Menge an Ether, die neu in den Markt kommen.

Da seit dem London Hardfork die Basisgebühr (Base Fee) in Ether durch EIP 1559 verbrannt wird, könnten mehr Ether vernichtet als produziert werden. Voraussetzung ist, dass die Netzwerk-Aktivität weiter zunimmt und die Zahl der Transaktionen steigt.

Chart: Ethereum (1-Jahres-Kursentwicklung) | Quelle: TradinView

Unser Fazit:

Mit dem Umstieg auf Proof-of-Stake (PoS) am vergangenen Donnerstag hat Ethereum (ETH) Geschichte geschrieben. Dennoch ist Ethereum 2.0 erst zu etwa 55% fertig. Das Update ebnet den Weg für eine Reihe weiterer Upgrades, die notwendig sind, um die Skalierungs-Problematik bei Ethereum zu lösen.

Ein Kritikpunkt an der jüngsten Umstellung ist, dass die großen Krypto-Börsen (Coinbase, Kraken und Binance) zusammen fast 30% des Gesamt-Anteils der gestakten Ether und damit zusammen mit Lido einen deutlichen Einfluss haben könnten. Dies führt zu Zentralisierungsbedenken, wonach auch Ethereum (ETH) Opfer von Zensur-Maßnahmen werden könnte.

Anleger können dem entgegenwirken, indem diese nicht an zentralen Krypto-Börsen staken, sondern sich für unabhängige Staking-Pools entscheiden. Dies würde zur Dezentralisierung des Netzwerks beitragen, denn derzeit machen unabhängige Staking-Pools und Solo-Validatoren gerade einmal etwas weniger als die Hälfte der gestakten Ether aus.

Charttechnik:

Nach der Umstellung von Ethereum (ETH) erfolgten wie erwartet zunächst Gewinn-Mitnahmen. Dadurch hat sich allerdings die charttechnische Situation für Ethereum verschlechtert. Zum einen ist die zweitgrößte Krypto-Währung dadurch wieder unter die 50-Tagelinie (blaue Linie) gefallen, zum anderen signalisiert der Trendfolge-Indikator MACD nach einem bärisch Crossover nunmehr fallende Kurse. Kurzum: Ethereum-Anleger sollten sich kurzfristig auf weiter fallende Kurse einstellen.

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