Bitcoin – Neuer Kursschub durch Stablecoin-Regulierung?

Fiatgeld-gekoppelte Stablecoins erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind in den vergangenen Monaten die mit Abstand am meisten gehandelten Krypto-Währungen gewesen. Dennoch ist bis dato deren Regulierung relativ lasch – das könnte sich bald ändern und womöglich sogar für einen neuen Bitcoin-Aufschwung sorgen. Hier sind die Gründe dafür:

In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte, dass Stablecoin-Emittenten wie Tether (USDT) ihre Bilanzen fälschen und die im Umlauf befindlichen USDT in Wahrheit nicht mit derselben Menge an US-Dollar gedeckt sind.

Tether (USDT) konnte diese Gerüchte inzwischen durch mehr Transparenz und der Veröffentlichung von Audits teilweise entgegentreten, doch vom Tisch ist die Kritik noch nicht.

Weshalb streben die Behörden eine strengere Stablecoin-Regulierung an?

Daneben kamen zuletzt immer mehr algorithmische Stablecoins auf den Markt, die teilweise durch einen volatilen Krypto-Gegenwert abgesichert werden und deshalb besonders risikoreich sind. Denn sinkt der Wert der zugrundeliegenden Krypto-Währungen, ist auch der Stablecoin nicht mehr ausreichend gedeckt.

Dies hat letztendlich zum Kollaps des bekanntesten algorithmischen Stablecoins TerraUSD (UST) im Mai geführt und die Regulierungs-Behörden in den westlichen Ländern, allen voran in den USA, der EU, Großbritannien und Japan auf den Plan gerufen. Zusammen wollen diese Länder nun handeln und erwägen derzeit Regeln, um den Stablecoin-Markt, der sich schon auf satte 150 Mrd. US-Dollar beläuft, deutlich strengeren Regulierungen zu unterwerfen.

Was sieht die Regulierung im Detail vor?

Im Grundsatz sollen Emittenten von Stablecoins wie die Circle Internet Financial Ltd. (USDC) und Tether Holdings (USDT) denselben Finanzregelungen unterworfen werden, wie zentralisierte Zahlungsanbieter (Visa, MasterCard & Co.).

Die Regulierungs-Behörden wollen sich zudem ein Mitspracherecht bei jenen Krypto-Assets einfordern, die zur Besicherung der jeweiligen Stablecoins verwendet werden und verlangen eine detaillierte Offenlegung.

Dies könnte das Ende dubioser Stablecoin-Anbieter bedeuten. Denn laut Hirander Misra, Vorsitzender der GMEX Group, müssen Emittenten dann nachweisen, dass sie „über angemessene Reserven verfügen und in Bezug auf die Prüfung transparent sind“. Ansonsten werden diese Anbieter zur Aufgabe ihres Geschäfts gezwungen. Dadurch stehen vor allem die zwei größten Emittenten Circle und Tether im Rampenlicht. Denn USDC und USDT machen laut DeFiLlama 80% des gesamten Stablecoin-Marktes aus.

Die Stablecoin-Herausgeber versichern den Kunden, dass sie genügend Reserven an Bargeld und liquiden Mitteln halten, die der Menge der im Umlauf befindlichen Tokens entsprechen. Obwohl Circle (USDC) als auch Tether (USDT) bereits die Art und Weise geändert haben, wie Bestände gemeldet werden, gibt es noch Nachholbedarf, insbesondere bei Tether (USDT), um das Vertrauen der Behörden und Konsumenten zu gewinnen.

Während Circle (USDC) monatliche Updates zu den Reserven veröffentlicht, tut sich Tether (USDT) mit der Offenlegung schwerer und die veröffentlichten Daten wurden dann rückwirkend teilweise wieder korrigiert. Dafür wurde Tether schon von der amerikanischen Aufsichts-Behörde CFTC mit einer Geldstrafe belegt. Dennoch veröffentlicht auch Tether nun immerhin Quartals-Berichte über ihre Vermögens-Werte und hofft „zu gegebener Zeit“ eine vollständige Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu veröffentlichen.

Inwiefern könnte der Bitcoin von der Regulierung profitieren?

Laut Jurrien Timmer, Director of Global Macro beim US-Vermögensverwalter Fidelity Investments, könnten an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins dazu beitragen, die Akzeptanz von Krypto-Währungen wie dem Bitcoin (BTC) zu steigern.

Denn obwohl Regulierungen oft von der Community als schädlich abgetan werden, da sich diese oftmals gegen die Grundprinzipien von Krypto-Währungen richten, könnte eine entsprechende Regulierung von Stablecoins tatsächlich als Katalysator für die Bitcoin-Akzeptanz dienen.

In einem YouTube-Interview argumentierte Timmer, dass ein regulierter Stablecoin-Markt, der keine Negativschlagzeilen mehr produziert, wie z.B. durch das TerraUST-Desaster geschehen, in der Zukunft positive Auswirkungen haben wird. Stablecoins sind dann legitimiert und Investoren hätten deutlich mehr Vertrauen, weshalb diese folglich eher in Krypto-Währungen investieren werden. Dies käme letztendlich auch dem Bitcoin zugute, argumentiert Timmer.

Hinzu kommt, dass technische Modelle und Charts zeigen, dass der aktuelle Krypto-Winter die Märkte stark beeinflusst hat und dass Anleger erst wieder Vertrauen in den Markt fassen müssen. Diese Sicherheit könnte durch eine stärkere Regulierung zurückerlangt werden.

Sobald sich die Lage am Markt wieder verbessert, bietet der Krypto-Markt wieder enorme Chancen: Mehr und mehr Leute werden sich die vielversprechende Bitcoin-Adoptionskurve ansehen und das gewaltige Aufwärtspotenzial erkennen, glaubt Timmer.

Bitcoin (1-Jahres-Kursentwicklung) | Quelle: Tradingview.com

Unser Fazit:

Auch wenn Regulierungen der Grundidee von Krypto-Währungen widersprechen und deswegen von der Krypto-Community oft abgelehnt werden, ist ein gewisses Regelwerk nötig, damit der Krypto-Markt reift und Investoren das Vertrauen in den Markt zurückerlangen.

Denn insbesondere das Terra-Debakel hat zuletzt das Vertrauen der Anleger in den Krypto-Markt massiv geschädigt. Sobald Stablecoin-Emittenten mehr in die Pflicht genommen werden, können sich sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren darauf verlassen, dass ihre Liquidität (Stablecoins) auch besser gegen etwaige Totalausfälle geschützt sind.

Unter dem Strich dürfte sich das auch positiv auf den Bitcoin (BTC) und weitere große Krypto-Währungen auswirken, wenn institutionelle Anleger wieder stärker in den Krypto-Markt zurückkehren.

Charttechnik:

Nach einem bärisch Crossover im Trendfolge-Indikator MACD am 17.08. stehen die Zeichen beim Bitcoin (BTC) auf weiter sinkende Kurse. Anleger sollten damit rechnen, dass nicht nur die 20.000 US-Dollar-Marke, sondern auch die bisherigen Tiefstände unter 19.000 US-Dollar nochmals getestet werden.

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